F e l d p o s t  II. Weltkrieg

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GEBÜHRENBEFREIUNG UND -VERGÜNSTIGUNG

Die Beförderung von militärdienstlichen Sendungen der im Operationsgebiet eingesetzten Verbände und Privatsendungen für alle Wehrmachtsangehörigen, »die durch ihren Einsatz von der Familie getrennt sind«, war die an die Feldpost gestellte vordringliche Aufgabe.
Für Sendungen militärdienstlicher Art hatte das im Frieden bestehende Gebührenablösungsverfahren weiter Gültigkeit (»Frei durch Ablösung Reich«).
Ab dem Jahr 1941 wurde es durch den Vermerk »Feldpost« ersetzt und galt für alle Briefsendungen (auch schwerer als 250 g), Päckchen, Pakete, Einschreib- und Wertsendungen, Zahlungsanweisungen und Briefe mit Zustellurkunde.

Für die privaten Sendungen sah die Feldpostverfügung die Gebührenbefreiung für folgende Sendungsarten vor :
Postkarten,
Briefe bis 250 g (später bis 100 g),
Zeitungen,
Päckchen (100-250 g) und
Luftfeldpost.

Gebührenpflichtig gegen Inlandsgebühren waren :
Post- und Zahlungsanweisungen an die Front bis 1000 RM,
Postanweisungen und Zahlkarten in die Heimat bis 1000 RM,
Päckchen ab 250 g,
Pakete und
Telegramme.

Nicht zugelassen waren:
Einschreib- und Wertsendungen,
Postaufträge,
Postnachnahmen,
Rückscheinsendungen und
telegrafische Zahlungsanweisungen.

Im Verlauf des Krieges sind für die militärdienstlichen und privaten Sendungen zahlreiche, der Kriegslage und den jeweiligen Erfordernissen entsprechende zusätzliche, meist einschränkende Bestimmungen erlassen worden.

Damit eine Sendung durch die Feldpost gebührenfrei befördert werden konnte, mußte sie einigen Bedingungen, entsprechend den Vorschriften, gerecht werden.
Neben der Bezeichnung »Feldpost« oder »Luftfeldpost« diente vor allem die Anschrift auf jeder Sendung im Verkehr Heimat—Front dem äußeren Erkennen als Feldpostsendung.

Man unterscheidet :

a) die getarnte Anschrift

während der gesamten Kriegszeit:

  • Leutnant
  • Herbert Huber
  • Feldpostnummer 45063 A
  • ab Dezember 1939:
  • Uffz.
  • Gerhard Umland L 28211
  • LGPA Wien
  • ab Juli 1944:
  • Obermaat
  • Anton Merz
  • Fp. Nr. M 53503 MPA Hamburg
  • im September/Oktober 1939:
  • Fähnrich
  • Herbert Huber
  • Fp . Nr. 05922
  • Postsammelstelle Berlin
     
  • März 1938, Einsatz Ostmark
  • Hans Mayer
  • Feldpostnummer 20361
     
  • b) die halboffene Anschrift

Wehrmachtsmanöver 1937:

  • Gefreiter Werner Müller Feldpostnummer 1164 Leitstelle Güstrow
  • August 1939, Einmarsch in die CSR: Hauptmann
  • Gerhard Paul
  • Übungspostnummer 100260 Postleitstelle Dresden
  • Landmarineverbände (bis September 1941) und Einheiten mit Fp. Nr und Abholpostamt:
  • Matrose
  • Heinz Ehlers
  • Fp . Nr. 33695
  • Abholpostamt Cuxhaven
  • In einer Anweisung des OKW an die Truppe, veröffentlicht in den »Allgemeinen Heeresmitteilungen« vom 21. Mai 1942, wurden halboffene Anschriften als mit den Geheimhaltungsvorschriften nicht vereinbar, grundsätzlich untersagt.

die offene Anschrift
Anschrift für Ersatz-Truppenteile, ortsfeste Einrichtungen und Truppenübungsplätze während des Krieges:

  • Gefreiter
  • Gustav Roscher
  • 1 ./Erg.-F.-Gruppe
  • Posen 15/Fliegerhorst
  • Offene Anschriften waren auch für die besetzten Gebiete erlaubt, wo die
    Deutsche Dienstpost eingerichtet war. Wo dies nicht der Fall war, hatte
    die Truppe eine Feldpostnummer, also ohnedies eine getarnte Anschrift.

Beispiel (1938, Sudetenland)

  • Soldat
  • Gernot Petz
  • 2. Pionierbataillon
  • Postabholort Waldmünchen

     

Beim Feldpostverkehr Front — Heimat mußte ursprünglich der Briefstempel der Einheit auf der Anschriftsseite abgeschlagen sein, um als Sendung gebührenfrei mit der Feldpost befördert zu werden. War dies nicht der Fall, etwa weil es die Frontverhältnisse nicht zuließen, wurden sie in der Heimat mit Nachgebühr belastet. Mit Verfügung Nr . 96/1941 vom 14. November wurde diese im praktischen Feldpostdienst schwer durchführbare Vorschrift aufgehoben und folgendes angeordnet :

Von Wehrmachtsangehörigen ausgehende Feldpostsendungen, die bei einem Feldpostamt eingeliefert werden, werden mit dem Tagesstempel des Feldpostamtes versehen. Durch diesen Stempel sind sie... als gebührenbegünstigte Feldpostsendung gekennzeichnet, ohne daß es des Dienststempelabdruckes der Einheit bedarf Bei dem oft unter schwierigen Verhältnissen sich abwickelnden Dienst der Feldpostämter kommt es vor, daß ordnungsmäßig bei einem Feldpostamt eingelieferte Sendungen versehentlich weder mit dem Tagesstempel noch mit dem Gummistempel »Bei der Feldpost eingeliefert« versehen werden. Am Bestimmungsort eingehende Sendungen, die weder den Abdruck eines Tagesstempels noch den Dienststempel einer Wehrmachtseinheit tragen, sind ohne Erhebung von Nachgebühren auszuhändigen, wenn aus der Absenderangabe hervorgeht, daß die Sendungen aus dem Felde herrühren.

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